
Am 26.03.2026 nahm sich Christoph Schell ein gute Stunde Zeit für die Fragen der Schülerin und Schüler der Fachschule für Automatisierungstechnik (FTA25).
Nach einer kurzen Vorstellung beantwortete er sehr offen die Fragen zum Wandel in der Automatisierung, den Neuerungen bei KUKA, zum Standort Deutschland und den Berufsaussichten der Techniker. Er war von Augsburg aus online zugeschaltet.
Die Probleme der deutschen Automobilindustrie, die auch KUKA betreffen, lassen sich nur durch gute Produkte lösen, die in kurzen Innovationszyklen und mit niedrigen Produktionskosten auf den Markt kommen. Dazu muss der Automatisierungsgrad erhöht werden und dabei unterstützt KUKA seine Kunden. KUKA muss sich gegen die Mitbewerber auf deren Märkten in China und Indien durchsetzen und seine Kunden dort finden. Dabei ist der chinesische Eigentümer von Vorteil.
Deutschland hat derzeit noch einen Vorsprung im hochqualifizierten Maschinenbau. Es ist vor allem der Softwarebereich, in dem andere Länder vorne liegen. Noch haben diese teilweise sehr jungen Firmen Probleme, ihre Technik in Hardware umzusetzen. Dabei möchte KUKA nicht zum Hardware-Lieferanten von IT-Firmen werden, die dann die Marge kassieren.
Das Ziel von KUKA ist es, die Roboter, die derzeit in der Regel wiederholbare Vorgänge ausführen, mit einer KI-gestützten Software zu verknüpfen, die sie in unterschiedlichen Situationen autonom und kollaborativ entscheiden lassen.
Nach den Ursachen und der Rolle der Politik gefragt, thematisierte Schell hauptsächlich die Regulierungen, die nicht nur das Bauen verzögern, sondern auch Innovationen. Die Personalkosten sind in Deutschland natürlich erheblich höher als in Indien, was für ihn aber nicht so ärgerlich ist, wie die mangelnde Motivation der Mitarbeiter, die ihn nach seinen langen Aufenthalten in Asien und den USA frustriert. Wenn die Mitarbeiter statt 35 nur noch 32 Stunden arbeiten möchten, zeuge dies nicht von der Motivation, das Unternehmen oder die deutsche Industrie voranzubringen.
An die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer gewandt, bemängelte er die überholten Inhalte in den Schulen und Hochschulen. Solange die Bildungspläne und Prüfungsinhalte nur in großen Zeiträumen und mit langer Vorlaufzeit zentral angepasst werden, sorgt schon der zeitliche Abstand bis zur Umsetzung dafür, dass diese veraltet sind. Die Schulen und Hochschulen benötigen Freiheiten, heute die Inhalte zu lehren, die morgen in der Industrie benötigt werden. In den Schwellenländern, die uns gerade überholen, gibt es diese Freiheiten und damit kommt es dort in immer mehr Bereichen zu uneinholbaren Vorsprüngen.
Auf die Frage der Schüler, wohin sie sich orientieren sollen, gab Schell den Rat, zumindest für eine Zeit ins Ausland zu gehen. Einerseits, um die dortige Motivation und Arbeitsweise kennenzulernen, andererseits, um dorthin zu gehen, wo die Zukunft der Automatisierung liegt. Diese Zukunft wird aus seiner Sicht immer softwarelastiger werden.











